Abenteuer mit Delphinen

In der Tiefe spielte eine große Familie Delphine. Sie sahen genau so aus, wie in dem Bilderbuch, das sie zuhause oft anschauten. Mit strahlenden Augen blickten sie jetzt in die Tiefe. Das Wasser brodelte und spritzte und schon war das Floß von lauter lachenden pfeifenden Gesichtern umgeben. Mit ihren spitzen Nasen stupsten sie an Füße, Arme oder Kopf. Die beiden hielten sich auf dem stark schwankenden Floß fest. Behutsam stupsten die Delphine weiter und bald ließen sich die Kinder ins Wasser gleiten. Sie wurden mit nassem Flossenklatschen und hoch spritzendem Wasser pfeifend begrüßt. Ein kleiner Delphin schlug einen Purzelbaum. Ein anderer sprang hoch aus dem Wasser. Der Junge tauchte ins Wasser und machte auch einen Überschlag. Prustend kam er wieder nach oben. Das Mädchen kraulte den kleinen Delphin, der sich wohlig rekelte. Ein großer rundlicher Delphin mit liebem Gesicht legte sich vor die Kinder. Sie kraulten seinen hellen Hals und hielten sich an ihm fest. Dann kletterten sie auf seinen Rücken und er trug sie pfeilschnell durch die Wellen. Hui, war das ein Vergnügen! Nach einigen Runden flüsterte der Junge: „Ich würde gerne ihre Sprache verstehen.“ „Das wäre toll“ meinte das Mädchen. In diesem Moment machte der große Delphin einen Luftsprung und die Kinder fielen kopfüber ins Wasser. Während sie schwammen, hörten sie viele fröhliche Stimmen:„ … jetzt spielen wir endlich zusammen … ich kann dich tragen … halt dich an mir … ich kraul dich so gerne … schön, dass ihr da seid … es ist toll mit euch … ich mach einen Purzelbaum für dich … komm, wir tauchen zusammen … du bist aber schön … was sind das für Fransen an deinem Kopf … wie lustig deine Finger aussehen … halt dich an mir … ich kann dich tragen … reib mir mal den Rücken … schau mal, wie hoch ich springen kann.“ Verdutzt hörten die Kinder zu, schauten sich an und lachten lauthals. Die Delphine lachten vergnügt mit. Dann spielten und redeten, pfiffen und sangen alle durcheinander. Als es Abend wurde, brachten die Delphine die Kinder sicher an Land und verabschiedeten sich: „Bis morgen, bis morgen, wir freuen uns schon auf euch“ klang es von beiden Seiten. Mit großem Getöse und etlichen Luftsprüngen zogen die lustigen Tiere davon.

So ging es Jahr um Jahr. Die Kinder lernten die Schönheiten des Meeres kennen und seine Gefahren. Sie erlebten, welche Berührungen beruhigten oder wohlig erregten. Sie sangen, tanzten und spielten, tobten und kraulten. Niemals gab es Ärger, denn jeder tat nur, was auch für den anderen schön war. Mit den Jahren wurden die Kinder nicht nur erwachsen wie alle Kinder, sondern sie blieben neugierig und wurden immer mutiger; sie blieben einfühlsam und wurden ständig sicherer. Voller Vertrauen begannen sie jeden Tag. Sie sangen und tanzten und hatten für jeden ein glückliches Lächeln. Ihre Sehnsucht nach Abenteuern sorgte dafür, dass sie ständig neue Freunde fanden.

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